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4. Tag der Landsmannschaften im BdV Thüringen 

und zentralen Tag der Heimat
 
 
Bereits zum 4. Mal fand am 11. September 2016 in der Arnstädter Stadt-brauerei der Tag der Landsmannschaften statt. Die 300 Heimatfreunde fan-den sich am Vormittag in ihren Landsmannschaften Schlesien, Ost- und Westpreußen, Sudetenland und Pommern/Ostbrandenburg zusammen, um landsmannschaftlich geprägte Vorträge, Filme und Diskussionen zu erleben.
 
 
 
Am Nachmittag begrüßte BdV Landesvorsitzender Egon Primas die Heimatfreunde in dem festlich ausgeschmückten Saal der Stadthalle zum Tag der Heimat unter dem Motto: 
„Identität schützen – Menschenrechte achten“.
 
 
 
Besonders herzlich begrüßt wurde von den Heimatfreunden der diesjährige Festredner Mike Mohring, Fraktionsvorsitzender der CDU-Landtagsfraktion im Thüringer Landtag. 
 
 
 
Ebenso Gäste des Landesvorstandes waren Dieter Bartusch und Frau vom BdV Landesver-band Brandenburg (li.) sowie die Vizevorsitzende des Verbandes der deutschen Gesellschaften in Polen (VdG), Renate Zajaczkowska aus Breslau, und die Geschäftsführerin des VdG, Maria Neumann aus Oppeln. 
 
 
Das MDR Fernsehen begleitete die Veranstaltung den ganzen Tag und berichtete ausführlich und mit Interviews am Abend im Thüringen Journal.
 
 
In seiner Festrede ging Mike Mohring (MdL) auch auf das Leitwort des Verbandes für 2016 ein. Er führte u.a. aus:
 
„Mit Ihrem Leitwort ‚Identität schützen – Menschenrechte achten‘ haben Sie aber auch einen zentralen Aspekt der derzeitigen gesellschaftlichen Debatte zur Flüchtlingssituation aufgegriffen und sie mit unseren eigenen Inhalten bereichert. Selten zuvor war das Interesse an der Arbeit des BdV und der Landsmannschaften – von der Erinnerungs- über die Kulturarbeit bis hin zur haupt- und ehrenamtlichen Integrationshilfe – so groß wie seit Beginn der sogenannten Flücht-lingskrise.
 
In vielen Reden, Interviews, Pressemitteilungen und Artikeln hat der Präsident des BdV, Dr. Bernd Fabritius, erklärt, dass wir heutigen Flüchtlingen mit Empathie begegnen können, ja müssen, denn sie haben wie wir etwas Schreckliches, Traumatisches, erlebt, den erzwungenen Verlust der Heimat!
 
Wer, wenn nicht Heimatvertriebene und Spätaussiedler, können besser nachvollziehen, was es heißt, Haus und Hof zu verlassen? Zu flüchten! Mit dem, was man eben am Leib tragen oder im Leiterwagen ziehen konnte! Das persönliche Leid des Einzelnen ist das verbindende Ele-ment zwischen dem Heimatvertriebenen von damals und dem Flüchtling von heute.
 
Das unterscheidende Moment hingegen müssen wir auch benennen: Für die Flüchtlinge von heute ist es schwerer, in unserer Gesellschaft Aufnahme zu finden, weil sie aus anderen Kultu-ren kommen, unsere Art zu leben ihnen fremd ist und sie die bei uns gesprochene Sprache we-der sprechen, noch verstehen. Sie kommen eben nicht als Deutsche zu Deutschen, wie die Hei-matvertriebenen vor 70 Jahren.
 
Unabdingbare Voraussetzungen für eine Integration in unsere Gesellschaft sind daher das Er-leben, das Verstehen und das Akzeptieren unserer Lebensweisen und auch das Erlernen der Sprache des schutzbietenden Landes. Daran müssen sich Bildung und Ausbildung anschließen. Nur so kann eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben stattfinden.
 
Erst im Juni dieses Jahres verlautbarte das UNHCR die neuesten Flüchtlingszahlen: 65 Millio-nen Menschen sind weltweit auf der Flucht und werden vertrieben; Deutschland ist ein weltweit begehrtes Ziel. Der Wanderungsüberschuss ist der höchste seit Bestehen der Bundesrepublik. Ein Großteil der Zugezogenen sind Flüchtlinge aus den Krisenregionen Syrien, Afghanistan, Irak. Nach wie vor können die Ursachen für Flucht und Vertreibungen nur durch international verbindliche Strategien und Lösungen verhindert werden – das führen uns diese enormen Zah-len vor Augen.
 
Wer diese heutigen Herausforderungen mit der Vertreibung der Deutschen vergleicht, ist ge-fährlich oberflächlich in seiner Analyse. Als die Vertriebenen nach dem Krieg in den Dörfern und Städten im zerbombten Nachkriegsdeutschland ankamen, gab es mancherorts Konflikte. Aber es gab Aufgaben für jeden: Man wollte Deutschland wieder aufbauen, man wollte seine eigene Existenz sichern. Und jeder konnte anpacken, weil die Leute ausgebildet waren und deutsch redeten.
 
Es gilt nach wie vor: Niemals dürfen Schicksale verallgemeinert oder historische Vorgänge und zeitgeschichtliche Ereignisse pauschal gleichgesetzt werden, wie dies manchmal beim Ver-gleich zwischen der heutigen Flüchtlingssituation und der Situation von Flucht und Vertreibung während und nach dem Zweiten Weltkrieg bzw. der Ankunft und Eingliederung der deutschen Heimatvertriebenen, Aussiedler und Spätaussiedler zu beobachten ist.
 
Ja, auch wenn es vielerorts gern so dargestellt wird, als seien z.B. die Deutschen aus Russland, aus Kasachstan oder aus Rumänien freiwillig ausgesiedelt, so wissen doch gerade wir, dass auch alle diese Menschen bis heute auf Grund von Vertreibungsdruck, von Entrechtung, Assi-milationszwang und Perspektivlosigkeit für die Bewahrung der eigenen Identität ihre Heimat- und Herkunftsgebiete verlassen. Sie erkannten keinen anderen Ausweg. Ihr Schicksal ist nicht einfacher, sondern nur anders als dasjenige der direkt Nachkriegsvertriebenen.
 
Das war in Westdeutschland bis weit in die 1980er Jahre hinein unstrittig. Heute befinden wir uns in einer Debatte, in der die Vertreibung der Deutschen nach dem Krieg näher an den Mig-rationsbegriff heranzurücken versucht wird. Dieses zeugt nicht nur von tiefem Unwissen, meine Damen und Herren, sondern von Ignoranz und Verharmlosung. Es hat nichts zu tun mit Wahr-heit und Gerechtigkeit. Auch der Vergleich mit 1989/90 verbietet sich übrigens. Unsere Lands-leute flohen als Deutsche von Deutschland nach Deutschland. Sie überwanden Mauer und Sta-cheldraht, weil es im SED-Staat keine Freiheit gab.
 
Genauso, wie wir in der Flüchtlingskrise rechtlich und praktisch zwischen Flüchtlingen und Migranten unterscheiden müssen, so sollten wir auch zwischen Migration und zwischen er-zwungener, völkerrechtswidriger Vertreibung unter Entzug des Heimatrechtes unterscheiden. Ich habe große Vorbehalte gegen das statistische Merkmal „mit Migrationshintergrund“. Denn dadurch wird mehr verschleiert als erklärt.‘ Zitat Ende
 
Auch Landesvorsitzender Egon Primas, MdL, fand scharfe Worte und Mahnung an diejeni-gen, die zu diesem Thema Verallgemeinerungen treffen. 
 
Beide Redner erhielten von den anwesenden Heimatfreunden großen Applaus.
 
 
 
 
Die Vorstände des BdV und der landsmannschaftlichen Landesgruppen nutzten den Gedenk-tag des Verbandes, um engagierte Heimatfreunde mit Auszeichnungen zu ehren.
 
 
Die höchste Auszeichnung des BdV LV Thüringen, die Ehrenmedaille „Für Verdienste in Treue zur Heimat“ erhielten (Bild links)
Gisela Bagemihl und Karl Stein sowie 
 
 
 
die Vizevorsitzende des Verbandes der deutschen Gesellschaften in Polen (VdG), Renate Zajaczkowska (Bild unten)
 
 
 
 
 
 
 
 
Mit der silbernen Ehrennadel der Bundeslandsmannschaft Schlesien wurden geehrt: 
Brigitte Pupowski und Robert Wolff.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Die Silberne Ehrennadel der LMO wurde verliehen an Gerhard Täubert.
 
 
 
 
Im Anschluss begeisterten auch in diesem Jahr wieder der Chor „Concordia“ Langewiesen, die Elgersburger Trachtentanzgruppe und der Chor „Matrjoschka“ mit Liedern und Tänzen der Heimatgebiete der deutschen Heimatvertriebenen in einem 2-stündigen Program die Teil-nehmer.
 
 
Chor „Concordia“ Langewiesen
 
 
 
 
Elgersburger Volkstanzgruppe
 
 
 
 
 
Chor „Matrjoschka“